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Gedanken, die weitergehen →

Das soziale System Mediation

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 08. Juli 2025

Kommunikationsraum durch Struktur, Regel und Resonanz

Mediation im A_MMM beginnt nicht mit dem Reden, sondern mit dem Eintritt in ein soziales System – das System „Mediation“. Sobald sich Beteiligte auf ein Mediationsverfahren einigen, betreten sie einen kommunikativen Möglichkeitsraum, in dem nicht nur organisatorische Regeln, sondern auch tiefere, systemische Prozesse wirken. Mediation wird zu einem eigenständigen sozialen System, das sich durch spezifische Formen der Kommunikation und deren strukturierende Regeln konstituiert.

Soziales System

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Als sich die Medianden zum ersten Mal gegenübersaßen, war alles vorbereitet: Sie hatten sich auf die Zusammenarbeit mit dem Mediator verständigt, die Gesprächsstruktur war abgestimmt, die Regeln sichtbar notiert. Der Raum war ruhig, das Licht gedämpft.

Und doch: Kein Wort, keine Bewegung. Eine gespannte Stille lag zwischen ihnen.

Erst als der Mediator sagte: „Sie müssen jetzt noch nichts sagen. Es reicht, wenn Sie da sind.“ – atmete die Frau auf. Der Mann hob kurz den Blick.

Später sagten beide: Der Moment des gemeinsamen Schweigens war der Anfang. Nicht des Gesprächs – sondern der Möglichkeit, sich wieder zuzuhören.

Die formierende Kraft der Mediationsregeln

Die Regeln, die zu Beginn einer Mediation gemeinsam vereinbart werden, sind das fundamentale Strukturprinzip dieses Systems. Sie wirken nicht nur als verfahrensleitende Absprachen, sondern bilden die Grundlage für das Miteinander und die Resonanz innerhalb des Mediationsprozesses. Wesentliche Mediationsregeln sind:

  • Freiwilligkeit schafft Autonomie,
  • Vertraulichkeit erzeugt Schutz,
  • Allparteilichkeit sichert Gleichgewicht,
  • Strukturierung durch Phasen gibt Orientierung.

Diese Regeln definieren die Konstitutionsbedingungen des Systems „Mediation“ und grenzen es von anderen sozialen Prozessen ab.

Kommunikation im Modus des gegenseitigen Verstehens

Im A_MMM wird Kommunikation in der Mediation nicht als Positionierung verstanden, sondern als ein Prozess des gegenseitigen Verstehens. Hier geht es nicht um Streit oder Rechthaben, sondern um Verstehen, Spiegeln, Aufschlüsseln und Sinnstiftung. Der Mediationsprozess fördert die Entwicklung eines Verständnisses, das nicht nur auf den Austausch von Informationen zielt, sondern auf die Schaffung von Resonanz zwischen den Beteiligten.

Die Kommunikation im Rahmen des A_MMM orientiert sich stark an Niklas Luhmanns 'Theorie sozialer Systeme'. Luhmann betrachtet darin Kommunikation als wesentlichen Träger sozialer Systeme. Kommunikation wird hier als prozesshafter Vorgang verstanden, der aus drei wesentlichen Elementen besteht:

  • Information: Was wird mitgeteilt?
  • Mitteilung: Wie wird es gesagt?
  • Verstehen: Wie wird es aufgenommen?

Luhmann hebt hervor, dass Kommunikation nicht nur ein technischer Austausch von Informationen ist, sondern ein dynamischer Prozess, bei dem die Beteiligten nicht nur sprechen, sondern auch aktiv mitdenken, mitschwingen und mitdeuten. Auch das Zuhören wird als aktive Kommunikation verstanden, da es Resonanz erzeugt und die Bedeutungsbildung unterstützt.

Zuhören als aktiver Teil der Kommunikation

Das achtsame Zuhören ist ein oft unterschätzter, aber essenzieller Bestandteil der Kommunikation in der Mediation. In Luhmanns Kommunikationstheorie wird Kommunikation als ein drei-teiliger Prozess verstanden, der alle Beteiligten aktiv einbezieht. Auch Zuhören – selbst ohne direkte Teilnahme am Gespräch – ist eine aktive Form der Kommunikation, bei der Resonanz erzeugt wird. Die Zuhörenden werden zu aktiven Bestandteilen des sozialen Systems „Mediation“, da sie mitdenken, mitschwingen und mitdeuten.

Strukturierte Kommunikation: Stärke durch Differenzierung

Das Prinzip der „Einzelrede“, bei dem immer nur ein:e Mediand:in spricht, während die anderen bewusst zuhören, ist kein Hindernis, sondern eine strukturierende Leistung des Systems. Im A_MMM gilt dieses Prinzip während des Prozesses des subjektiven Verstehens und der Selbstklärung – dieser Prozess ist als „Weg des Verstehens“ definiert und bildet einen zentralen Bestandteil der Mediation. In dieser Phase werden die individuellen Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Gefühle der Beteiligten in den Mittelpunkt gestellt, wobei die Einzelrede dazu dient, einen fokussierten Raum für die Selbstklärung zu schaffen.

Sie ermöglicht:

  • Rollenklarheit (Sprecher:in / Hörer:in / Resonanzhalter:in),
  • Fokussierte Aufmerksamkeit,
  • Emergente Verstehensprozesse, die es den Beteiligten ermöglichen, ihre Wahrnehmungen zu verdichten.

In den Phasen „Weg der Begegnung“ und „Weg des Gestaltens“ hingegen ist die Dialogform die gängige Praxis. Hier geht es darum, dass die Beteiligten im Austausch miteinander treten, ihre Perspektiven aktiv teilen und Lösungen gemeinsam entwickeln. Der Dialog fördert die gegenseitige Resonanz und die Kooperation zwischen den Beteiligten, was für die Gestaltung von nachhaltigen Ergebnissen erforderlich ist.

Der Dreiklang der Mediation

Der Dreiklang als Urform der Verständigung im A_MMM bildet den rhythmischen Puls des Mediationsprozesses. Er besteht aus den drei zentralen Modulen:

  • Verstehen / Nicht-Verstehen,
  • Vermitteln / Nicht-Vermitteln,
  • Gestalten / Nicht-Gestalten.

Diese Codierungen sind nicht als lineare Abfolge zu verstehen, sondern als resonante Ordnung, in der alle drei Momente ineinandergreifen, sich gegenseitig bedingen und dynamisch durchlaufen werden. Die systemische Rahmung des Dreiklangs bildet eine strukturierte Form, die die tiefe Verbindung von Innen und Außen, von Selbst und Anderen sowie von Reflexion und Handlung sichtbar macht.

Mediation als strukturiertes Resonanzsystem

Mediation im A_MMM ist mehr als nur ein Verfahren – es ist ein resonantes System. Die Strukturierung der Kommunikation – durch Zuhören, Sprechen und die Anwendung von Mediationsregeln – schafft einen Raum, in dem Verständigung, Wandel und Einigung entstehen können. Der Dreiklang – Verstehen, Vermitteln und Gestalten – fungiert dabei als die innere Struktur dieses Prozesses.

Dieser dreifache Rhythmus ist keine stufenweise Logik, sondern ein dynamischer Puls, der den Mediationsprozess begleitet und seine Flexibilität und Tiefe sicherstellt. Der Dreiklang im A_MMM ist eine Resonanzpraxis, die sowohl die Gestaltung von Lösungen als auch die Erhaltung von Beziehungen ermöglicht.

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur Struktur von Kommunikation: Sprache & Bedeutung
  • Zur Differenzierung von Selbst–Beziehung–Welt: Mächtigung & Selbstbeziehung
  • Zur Resonanz und Dialogform: Resonanzraum
  • Zum systemischen Dreiklang: Die drei Wege
  • Zur Praxis des Zuhörens: Impulse & Wegmarken
  • Zur Anwendung im Kontext von Mediation: Mediation & Ausbildung

Vignetten

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 08. Juli 2025

Transformation von Systemlogiken in zugängliche Sprache

Im Kontext des Ad_Monter Meta Modells (A_MMM) spielen Vignetten eine zentrale Rolle, um komplexe Systemlogiken und Beziehungsdynamiken verständlich und anschaulich zu machen. Der Begriff „Vignette“ ist in der literarischen und visuellen Tradition verankert und bezieht sich auf kurze, prägnante Darstellungen, die einen Moment, eine Person oder eine Idee einfangen. Diese Form der Miniaturdarstellung zeichnet sich durch Unschärfe aus, die - im Falle der Miniaturmalerei - zu den (Bild)Rändern hin verschwimmt. Diese Unschärfe symbolisiert die dynamische Wechselwirkung der vier Felder der Admonter Raute, die sich gegenseitig bedingen, ohne sich strikt voneinander abzugrenzen.

Ad_Monter Raute

Literarische Bedeutung der Vignetten

Vignetten im A_MMM sind mehr als nur narrative Szenen. Sie sind impressionistische Erzählstücke, die einen Moment, eine Person oder eine Situation in den Mittelpunkt stellen und dabei die Systemlogik hinter den menschlichen Interaktionen greifbar machen. Durch ihre prägnante Form ermöglichen sie es, komplexe soziale Dynamiken und unbewusste Kräfte auf eine empathische und zugängliche Weise darzustellen. Diese literarischen Miniaturen fangen die Essenz von Konflikten, Beziehungen und Prozessen ein, ohne in zu viel Detail zu verfallen.

Sozialwissenschaftlicher Kontext

Die Vignette als Methode ist nicht nur ein stilistisches Mittel, sondern auch ein wissenschaftliches Werkzeug. In der Sozialwissenschaft wird die Vignette als eine Technik verwendet, um soziale Systeme und Beziehungsgeflechte sichtbar zu machen. Sie ermöglicht es, die feinen Nuancen von menschlichen Beziehungen und systemischen Interaktionen zu beobachten, ohne die Komplexität der sozialen Realität zu vereinfachen. Im A_MMM werden Vignetten genutzt, um systemische Wechselwirkungen zwischen den Beteiligten und den unterschiedlichen Handlungsfeldern (z. B. Familie, Unternehmen, Eigentum) zu veranschaulichen und die zugrunde liegenden Dynamiken herauszuarbeiten.

Verbindung zur Admonter Raute

Die Ad_Monter Raute selbst – mit ihren vier Feldern, die sich gegenseitig bedingen – ist ein Modell, das die Unschärfe an den Rändern explizit einbezieht. In dieser Struktur verschwimmen die Grenzen zwischen den Feldern, was den Fluss von Ideen und Prozessen widerspiegelt. Ähnlich wie die Vignetten verschwimmen auch die vier Felder der Raute in den Vignetten, um die Komplexität und den dynamischen Charakter von Systemen und Beziehungen darzustellen. Die Unschärfe, die in den Rändern der Vignetten sichtbar wird, ist keine Schwäche, sondern ein Ausdruck der Verflochtenheit und gegenseitigen Abhängigkeit der Felder. Sie verdeutlicht, dass sich emotionale und praktische Aspekte nicht in klar abgegrenzte Kategorien fassen lassen, sondern in einem ständigen Wechselspiel miteinander existieren.

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur Struktur systemischer Beobachtung: Matrix & Systemlogiken
  • Zur dialogischen Resonanzstruktur: Resonanzraum
  • Zur narrativen Dimension des Wandels: Biografische Notizen
  • Zur Methodik relationaler Selbstklärung: Die drei Wege
  • Zur poetischen Ursprungsidee des A_MMM: Herkunft & Formkraft

Wirkungsfelder

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 07. Juli 2025

Der Einfluss des sozialen und gesellschaftlichen Kontexts

Im Ad_Monter_Meta_Modell (A_MMM) sind „Wirkungsfelder“ entscheidend, da sie den sozialen, kulturellen und institutionellen Kontext abbilden, der das Verhalten und die Wahrnehmung der Konfliktparteien maßgeblich beeinflusst. Konflikte sind niemals isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit gesellschaftlichen Normen, institutionellen Strukturen und sozialen Netzwerken zu betrachten.

Soziale Netzwerke und zwischenmenschliche Dynamiken

Jeder Konflikt ist in ein soziales Netzwerk eingebettet, das aus Familie, Kollegen, Freunden und anderen sozialen Bindungen besteht. Diese Netzwerke prägen, wie Menschen sich selbst sehen, wie sie miteinander kommunizieren und welche Werte sie vertreten. So kann der soziale Druck innerhalb eines Netzwerks die Konfliktparteien beeinflussen und die Dynamik verstärken oder entschärfen.

Gesellschaftliche Strukturen und kulturelle Normen

Konflikte entstehen oft nicht nur durch individuelle Differenzen, sondern auch durch gesellschaftliche und institutionelle Strukturen. Diese umfassen Rechtssysteme, hierarchische Organisationsstrukturen und kulturelle Normen, die das Verhalten und die Entscheidungsfindung beeinflussen. Ein Konflikt könnte durch Erwartungen an Geschlechterrollen, Machtverhältnisse oder durch gesellschaftliche Erwartungen an Erfolg und Gerechtigkeitverschärft werden.

Wechselwirkungen im sozialen Kontext

In der Mediation müssen die verschiedenen sozialen, kulturellen und institutionellen Einflüsse aufeinander abgestimmt werden. Diese Wechselwirkungen sind entscheidend, da sie bestimmen, wie Konflikte wahrgenommen und welche Lösungen als akzeptabel oder möglich angesehen werden. Der Mediator muss die Verschränkung von persönlichen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Einflüssen verstehen und in die Lösung einfließen lassen.

Der Mediator als Moderator der sozialen Dynamiken

Im A_MMM übernimmt der Mediator die Aufgabe, diese komplexen Wirkungsfelder zu moderieren, indem er den Einfluss des sozialen Umfelds und der gesellschaftlichen Strukturen auf den Konflikt in den Lösungsprozess integriert. Der Mediator stellt sicher, dass nicht nur die individuellen Bedürfnisse der Konfliktparteien berücksichtigt werden, sondern auch deren sozialer Kontext in die Lösung einfließt.

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur Matrix sozialer Wahrnehmung: Matrix & Systemlogiken
  • Zum Resonanzraum als Ort sozialer Aushandlung: Resonanzraum
  • Zur diskursiven Wirkung gesellschaftlicher Normen: Diskursive Formation
  • Zur Transformation tief verankerter Rollenbilder: Kraft der Substrate
  • Zur Bedeutung sozialer Verantwortung im Mediationsprozess: Mächtigung & Selbstbeziehung

Bedürfnisse & Interessen

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 07. Juli 2025

Im Ad_Monter_Meta_Modell (A_MMM) ist die Bearbeitung der Bedürfnisse und Interessen der Konfliktparteien ein zentraler Bestandteil des Mediationsprozesses. Bedürfnisse sind die fundamentalen, emotionalen und oft unbewussten Triebkräfte, die hinter den äußeren Forderungen und Handlungen der Beteiligten stehen. Interessen hingegen sind die konkreten Ausdrucksformen dieser Bedürfnisse und die praktischen Ziele, die im Konflikt direkt verfolgt werden. Interessen spiegeln sich in den konkreten Zielen wider, die die Konfliktparteien erreichen wollen, während Bedürfnisse die tieferen, grundlegenden Motivationen sind, die diesen Zielen zugrunde liegen.

Die Bedeutung von Bedürfnissen und Interessen in der Mediation

In Konflikten treten die Bedürfnisse oft nicht direkt ans Licht – sie sind häufig unbewusst oder werden nicht offen ausgesprochen. Was jedoch sichtbar wird, sind die Interessen der Beteiligten, also die konkreten Wünsche und Forderungen, die sich aus den zugrunde liegenden Bedürfnissen  - im Prozessverlauf - ableiten. Ein Konflikt zwischen zwei Personen könnte beispielsweise oberflächlich um eine Ressourcenteilung oder eine Vertragsvereinbarung gehen, doch das eigentliche Bedürfnis dahinter könnte Anerkennung, Sicherheit oder Respekt sein.

Die Interessen sind somit die sichtbare Form der Bedürfnisse. Indem der Mediator hilft, die tiefen Bedürfnisse der Konfliktparteien zu erkennen und diese mit den konkreten Interessen zu verbinden, wird es möglich, ganzheitliche Lösungen zu finden, die sowohl die emotionalen als auch die sachorientierten Aspekte der  der Beteiligten berücksichtigen.

Arten von Bedürfnissen und Interessen in der Mediation

  1. Individuelle Bedürfnisse und Interessen: Diese betreffen die persönlichen emotionalen und psychologischen Anforderungen der Konfliktparteien. Bedürfnisse nach Anerkennung, Sicherheit, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung sind oft die zugrunde liegenden Bedürfnisse. Die Interessen dieser Bedürfnisse könnten beispielsweise in Forderungen nach gerechter Behandlung, Veränderung der Arbeitsbedingungen oder Klärung von Verantwortlichkeiten bestehen.
  2. Beziehungsgestaltende Bedürfnisse und Interessen: Konflikte entstehen häufig auch durch Beziehungsprobleme. Diese betreffen die Art und Weise, wie die Beteiligten miteinander umgehen, kommunizieren und sich wahrnehmen. Das Bedürfnis nach Vertrauen oder Respekt könnte in einem Konflikt zum Beispiel als Interesse nach einer offeneren Kommunikation oder einer Veränderung der Teamdynamik zum Ausdruck kommen.
  3. Gesellschaftliche und organisationale Bedürfnisse und Interessen: In vielen Fällen sind auch die kulturellen und institutionellen Bedürfnisse ausschlaggebend. Interessen nach Gerechtigkeit, Fairness oder Zugang zu Ressourcen können aus den Bedürfnissen nach Anerkennung oder Sicherheit hervorgehen. Diese Interessen spiegeln sich häufig in Forderungen nach gerechteren Arbeitspraktiken, Beteiligung an Entscheidungen oder der Veränderung von Strukturen wider.

Wie die Mediator:innen mit Bedürfnissen und Interessen arbeiten

Der Mediator hat die Aufgabe, die Bedürfnisse und Interessen der Beteiligten zu erkennen und zu verbinden. Durch aktives Zuhören, reflektierende Fragestellungen und achtsame Kommunikation hilft der Mediator, dass die Konfliktparteien ihre Bedürfnisse und Interessen klar artikulieren und verstehen, wie diese in einem ganzheitlichen Lösungsansatz berücksichtigt werden können.

  1. Erkennen und Identifizieren der Bedürfnisse und Interessen: Zu Beginn wird oft klar, dass die Konfliktparteien auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Interessen verfolgen. Diese können jedoch auf dieselben Bedürfnissezurückzuführen sein. Der Mediator hilft dabei, sowohl die Interessen als auch die dahinterliegenden Bedürfnissezu identifizieren und die Kommunikationsbarrieren zu überwinden, die eine effektive Zusammenarbeit verhindern.
  2. Verbindung von Bedürfnissen, Interessen und Werten: Der Mediator arbeitet daran, diese Bedürfnisse, Interessen und Werte der Konfliktparteien miteinander zu verbinden. Dabei geht es darum, zu verstehen, wie die inneren Bedürfnisse der Beteiligten die konkreten Interessen und Handlungen im Konflikt beeinflussen. Diese Erkenntnis schafft Raum für Veränderung und Kooperation.
  3. Bedürfnisse und Interessen in Lösungen umwandeln: Der Mediator unterstützt die Konfliktparteien, ihre Bedürfnisse und Interessen in eine gemeinsame Lösung zu integrieren. Anstatt in separaten Forderungen und Streitpunkten zu verharren, erkennen die Konfliktparteien, dass ihre interessenbasierten Lösungen auch die tieferen Bedürfnisse der anderen berücksichtigen müssen, um langfristig erfolgreich zu sein.

Die Rolle der Mediator:innen bei der Bearbeitung von Bedürfnissen und Interessen

Die Mediator:innen arbeiten darauf hin, dass die Konfliktparteien nicht nur ihre Interessen artikulieren, sondern auch die tiefer liegenden Bedürfnisse der anderen verstehen und respektieren. Dies fördert ein gemeinsames Verständnis und ermöglicht eine Lösung, die sowohl die praktischen Interessen als auch die affektiven Bedürfnisse der Konfliktparteien berücksichtigt.

Die Bearbeitung der Bedürfnisse und Interessen im Ad_Monter_Meta_Modell (A_MMM) ist eine entscheidende Voraussetzung für die Lösung von Konflikten auf einer nachhaltigen und tiefgehenden Ebene. Interessen sind die konkrete Ausdrucksform von Bedürfnissen, und deren Transformation führt zu einer Veränderung der Beziehung und Kommunikation zwischen den Konfliktparteien. Der Mediator hilft, die Bedürfnisse und Interessen zu verbinden, sodass gemeinsame Lösungen entwickelt werden, die die Konflikte auf der emotionalen und praktischen Ebenedauerhaft lösen.

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur systemischen Verortung individueller Dynamiken: Matrix & Systemlogiken
  • Zur resonanten Prozessstruktur des Verstehens: Drei Wege
  • Zur sprachlichen Dimension innerer Anliegen: Umgang mit Sprache
  • Zur vertieften Arbeit an inneren Schichten: Kraft der Substrate
  • Zur dialogischen Verhandlung von Bedeutungsräumen: Resonanzraum
  • Zur narrativen Verdichtung systemischer Anliegen: Vignetten

Kraft der Substrate

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 07. Juli 2025

Substrate

Im Ad_Monter_Meta_Modell (A_MMM) ist die Bearbeitung von „Substraten“ ein zentraler Aspekt, der darauf abzielt, Konflikte nicht nur oberflächlich zu lösen, sondern die zugrunde liegenden, oft tief verwurzelten Bedürfnisse, Ängste und Werte der Beteiligten zu erkennen und zu transformieren. Diese Substrate sind die innersten Schichten der Persönlichkeit und Wahrnehmung, die oft nicht unmittelbar sichtbar sind, aber das Verhalten und die Reaktionen der Konfliktparteien maßgeblich beeinflussen.

Was sind Substrate im A_MMM?

Im Kontext des A_MMM sind Substrate die fundamentalen, emotionalen und psychologischen Ebenen, die in Konflikten oft nicht sofort an die Oberfläche treten. Diese Substraten beinhalten die tiefen Bedürfnisse, Ängste, Wünsche und Werte der Beteiligten, die aus der persönlichen Geschichte und den sozialen Erfahrungen eines Menschen stammen. Häufig sind es unbewusste Motivationen, die das Verhalten in einem Konflikt lenken.

Beispiele für solche Substrate könnten sein:

  • Ängste vor Ablehnung oder Missverständnis
  • Bedürfnisse nach Sicherheit, Anerkennung oder Zugehörigkeit
  • Werte wie Gerechtigkeit, Fairness oder Autonomie
  • Glaube an die eigene Machtlosigkeit oder die Vorstellung von Unterordnung in einer Konfliktsituation

Diese Substrate werden oft durch kulturelle Normen und gesellschaftliche Strukturen geprägt und können den Konflikt so tief verankern, dass herkömmliche Konfliktlösungsansätze auf der Oberfläche bleiben und nicht die echte Transformation ermöglichen.

Die Bedeutung der Bearbeitung von Substraten

Die Bearbeitung von Substraten geht weit über die oberflächliche Lösung von Konflikten hinaus. Sie zielt darauf ab, die tiefsten emotionalen und psychologischen Bedürfnisse der Beteiligten zu verstehen und anzuerkennen. Im Gegensatz zu traditionellen Konfliktlösungsmodellen, die häufig nur Verhaltensänderungen oder kognitive Umstellungen fördern, strebt das A_MMM eine tiefer gehende Transformation an, bei der die inneren Motivationender Beteiligten anerkannt und bearbeitet werden.

Die Bearbeitung von Substraten im A_MMM ist daher ein Prozess, der nicht nur die äußeren Symptome eines Konflikts anspricht, sondern auch die tieferliegenden Ursachen und Bedürfnisse. Diese Herangehensweise führt dazu, dass die Konfliktparteien nicht nur kurzfristige Lösungen finden, sondern auch nachhaltige Veränderungen in ihrem Verhalten und ihrer Wahrnehmung erfahren.

Wie wird die Transformation von Substraten in der Mediation ermöglicht?

Im A_MMM wird der Mediator als Prozessbegleiter und Resonanzgeber verstanden, der den Prozess der Substratbearbeitung durch achtsame Reflexion, aktives Zuhören und strukturierte Dialoge begleitet. Anstatt nur die äußeren Konfliktpunkte zu behandeln, fördert der Mediator die Selbstreflexion und hilft den Beteiligten, ihre inneren Bedürfnisse und Werte zu erkennen und anzusprechen.

Ein entscheidender Aspekt dieser Bearbeitung ist das Erkennen der tiefer liegenden Ängste und Bedürfnisse, die oft durch Konfliktmasken verborgen sind. Diese Ängste und Bedürfnisse könnten in der Weise geäußert werden, dass eine Partei den Konflikt als Kampf um Anerkennung oder Sicherheit erlebt, obwohl sie auf der Oberfläche etwas anderes äußert.

Der Mediator schafft durch fragende Interventionen und reflektierende Gespräche einen Raum, in dem die Beteiligten die Möglichkeit haben, ihre Substrate zu erkennen und auszusprechen, somit was ihnen wirklich wichtig ist. Dieser Prozess kann oft schmerzlich sein, da die unbewussten Ängste und Schutzmechanismen in den Vordergrund treten. Doch gerade in diesem offenen und sicheren Raum der Selbstreflexion können tiefere Veränderungen angestoßen werden.

Die Transformation der Substrate und ihre Wirkung auf den Konflikt

Wenn Substrate transformiert werden, geschieht dies nicht durch das Aussparen oder Ignorieren der inneren Bedürfnisse, sondern durch deren Anerkennung und die Veränderung der zugrunde liegenden Wahrnehmungen. Diese Transformation führt zu mehreren positiven Auswirkungen:

  • Veränderte Perspektiven: Wenn eine Partei ihre tieferliegenden Ängste oder Bedürfnisse erkennt, wird sie in der Lage sein, den Konflikt aus einer neuen Perspektive zu betrachten und zu verstehen, warum sie bestimmte Reaktionen zeigt.
  • Verändertes Verhalten: Die Veränderung der inneren Wahrnehmung führt oft zu einer Veränderung des äußeren Verhaltens. Anstatt in musterhaften Reaktionen zu verharren, können die Beteiligten auf eine Weise reagieren, die mit ihren wahren Bedürfnissen und Werten in Einklang steht.
  • Nachhaltige Konfliktlösung: Indem die inneren Bedürfnisse und Werte der Beteiligten im Konflikt bearbeitet werden, ist die Lösung nicht nur oberflächlich, sondern führt zu langfristigen Veränderungen in den Beziehungen.

Die Transformation von Substraten bedeutet also, dass nicht nur der Konflikt in der aktuellen Situation gelöst wird, sondern dass auch die langfristige Beziehung zwischen den Konfliktparteien verbessert und stabilisiert wird. Sie wird auf einer tieferen emotionalen Ebene gefestigt, was zu einer nachhaltigen Verbesserung der Zusammenarbeit führen kann.

Beispiel für die Bearbeitung von Substraten

Ein praktisches Beispiel könnte ein Konflikt in einem Team sein, bei dem zwei Kollegen ständig um Anerkennung und Autorität kämpfen. Auf der Oberfläche scheint der Konflikt darum zu gehen, wer die Führungsrolle übernimmt. Doch durch den Mediationsprozess wird sichtbar, dass einer der Kollegen Angst vor Versagen und der andere den Wunsch nach Anerkennung hat. Diese Substrate werden im Gespräch aufgedeckt, und die Mediatorin hilft beiden, ihre tiefen Bedürfnisse anzusprechen und in den Dialog zu integrieren.

Statt eines weiteren Machtkampfs entwickeln die Kollegen gemeinsam eine Vereinbarung, wie sie sich gegenseitig unterstützen können, um ihre Bedürfnisse nach Anerkennung und Sicherheit auf eine gesunde Weise zu erfüllen. Die Lösung ist nicht nur eine kurzfristige Vereinbarung, sondern eine nachhaltige Veränderung in der Zusammenarbeit.

 

Die Bearbeitung von Substraten ist ein essentieller Schritt im Ad_Monter_Meta_Modell, um Konflikte auf einer tiefen Ebene zu verstehen und zu lösen. Es geht nicht nur darum, oberflächliche Symptome zu behandeln, sondern die wirklichen Bedürfnisse und Werte der Beteiligten zu erkennen und zu transformieren. Durch diese Herangehensweise wird der Konflikt nicht nur gelöst, sondern es wird eine langfristige, nachhaltige Veränderung der Beziehungen und der Wahrnehmung der Konfliktparteien erreicht.

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur Reflexion innerer Wahrnehmungen: .Mächtigung & Selbstbeziehung
  • Zur sprachlichen Öffnung innerer Räume: Sprache & Bedeutung
  • Zum Entstehen tiefer Verständigung: Resonanzraum
  • Zur Bedeutung diskursiver Prägungen: Diskursive Formation
  • Zur Struktur innerer Dynamiken: Matrix & Systemlogiken
  • Zur Entfaltung transformierender Bewegung: Emergenz & Transformation
  • Begriffe & Systembezüge: Glossar zentraler Begriffe
  1. Diskursive Formation
  2. Mächtigung & Selbstbeziehung
  3. Umgang mit Sprache
  4. Emergenz & Transformation

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