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Gedanken, die weitergehen →

Familie Kramer

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 07. Juli 2025

Die Familie Kramer

Eine Fallgeschichte zur Veranschaulichung des Ad_Monter Meta Modells

Die Geschichte der Familie Kramer beginnt in der ersten Generation: Der Großvater des heutigen Unternehmensführers hatte das Unternehmen als Farblabor gegründet und damit den Grundstein für eine erfolgreiche Tradition im Bereich der Pigmentherstellung gelegt.

In der zweiten Generation übernahm Emil das Unternehmen und baute es im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Player in der chemischen Industrie aus. Im Zuge eines strategischen Verkaufs des chemischen Geschäftsbereichs an einen internationalen Konzern wurde ein erheblicher Erlös erzielt. Dieser Verkaufserlös bildete die Grundlage zur Errichtung der Kramer-Stiftung, deren Ziel es ist, das Familienerbe zu bewahren und die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens zu sichern.

Nach dem Verkauf des alten Geschäftsmodells entschied sich Emil, das Unternehmen in eine neue Richtung zu führen: die Herstellung nachhaltiger Pigmente für Kunst und Design. Tochter Nora, die einen künstlerischen Hintergrund hat, strebt die Erweiterung des Unternehmens durch die Schaffung von kreativen Räumen und Kunstprojekten an.

In der dritten Generation führt Leon, der das Wirtschaftsstudium abgeschlossen hat, das Unternehmen weiter. Er konzentriert sich auf die internationale Expansion und den Ausbau des Unternehmens als führenden Anbieter nachhaltiger Farben. Leon strebt an, das Unternehmen zu einem globalen Marktführer für nachhaltige Pigmente zu machen, das sowohl in Kunst als auch in Industrie innovative Lösungen bietet.

Die Stiftung, die nun das Stammwerk des Unternehmens verwaltet, ist nicht nur ein Finanzvehikel, sondern auch ein Instrument zur Wahrung der unternehmerischen Werte der Familie. Sie garantiert, dass die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit des Unternehmens weiterhin gesichert sind – auch in einer zunehmend globalisierten und von schnellen Veränderungen geprägten Welt.

Diese Familie ist erfunden – und doch vertraut. Ihre Gespräche, ihr Ringen und ihr Schweigen begleiten die theoretischen Abschnitte des A_MMM als erzählerische Spur. Jegliche Übereinstimmung mit tatsächlich existierenden Unternehmen oder handelnden Personen ist rein zufällig und unbeabsichtigt.

Menschen im A_MMM – Elisabeth & Gustav Wurm

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 06. Juli 2025

Villa Röthelstein

Wer schreibt mit am Modell, an der Haltung, an der Praxis?

Das Ad_Monter Meta Modell ist kein anonymes Framework. Es lebt durch die Menschen, die es prägen, hinterfragen und weiterentwickeln. Hier stellen wir zwei Menschen vor, die das Modell maßgeblich mitgestaltet haben.

Elisabeth Wurm: Der Weg zum Verständnis

Elisabeth Wurm

Es war der Moment, als Elisabeth Wurm, nach vielen Jahren in der Führung eines Familienunternehmens, zum ersten Mal vor der Herausforderung stand, eine tiefgreifende familiäre Auseinandersetzung zu begleiten. Das unternehmerische Denken und die familiären Bindungen prallten aufeinander, und sie erkannte, wie sehr wirtschaftliche Logik und emotionale Bedürfnisse ineinander verwoben waren. In diesem Moment begann ihre Reise als Mediatorin: nicht nur eine professionelle Methode, sondern eine Haltung.

Der Umgang mit Konflikten, so wusste sie, würde nicht nur das Ziel eines gemeinsamen Verständnisses anstreben, sondern den Raum für Beziehungen und Wandel öffnen. Empathische Konfliktbegleitung war nicht mehr nur ein Beruf, sondern ihre Mission, die sie immer weiter verfeinerte – und die Grundlage für ihre Arbeit im A_MMM wurde.

Neben ihrer Tätigkeit als Mediatorin ist Elisabeth Wurm auch als Lehrende am CME-Institut für Mediation aktiv, wo sie ihre umfassende juristische Expertise, unternehmerische Erfahrung und ihre zugewandte Präsenz in der Ausbildung zukünftiger Mediator:innen einbringt. Ihr Ziel ist es, nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern auch eine Haltung zu fördern, die Beziehungen stärkt, Teilhabe ermöglicht und Wandel in Würde begleitet.

Sie wirkt mit am A_MMM – in Theorie, Praxis und Haltung.

Gustav Wurm: Konflikte als Chancen

Gustav Wurm

Für Gustav Wurm war es der Moment, als er nach einer intensiven Unternehmensnachfolgeberatung begriff, dass Konflikte nicht als Störungen, sondern als Transformationschancen zu verstehen sind. Inmitten von wirtschaftlichen Entscheidungen und rechtlichen Hürden fand er die Bedeutung des Dialoges – nicht als bloßen Austausch von Argumenten, sondern als Prozess, der Verständnis schafft, der Resonanz erzeugt und gestaltende Lösungen ermöglicht.

Gustav Wurm wirkt nicht nur als Organisationsberater und Mediator, sondern auch als geschäftsführender Gesellschafter,  Ausbildungsleiter und Lehrender an der vom Bundesministerium für Justiz anerkannten Mediationsausbildungseinrichtung - CME Institut für Mediation GmbH. Diese Doppelrolle als Praktiker und Ausbilder ermöglicht es ihm, sein Wissen und seine Erfahrungen direkt an die nächste Generation von Mediator:innen weiterzugeben.

Sein Interesse galt schon immer der Verbindung von Theorie und Praxis, zugleich der Ergründung wissenschaftlich fundierter Modelle und Theorien im Kontext von Mediation und Konfliktbegleitung. Im Ad_Monter Meta Modell (A_MMM) fand er den Raum, wo Verstehen, Vermitteln und Gestalten nicht nur Konzepte sind, sondern der lebendige Puls der Mediationsarbeit. Diese Erkenntnis setzte er als Lehrender und Berater fort und initiierte das A_MMM, das er kontinuierlich weiterentwickelte – vor den Resonanzräumen für Verstehen, Vermitteln und Gestalten, aus denen das Ad_Monter Kollegium Mediation (A_MKM) hervorging, in dem die gemeinsame Praxis, Kollaboration und Veränderung im Kreis der Alumni Gestalt gewinnen.

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur dialogischen Haltung im Modell: Resonanzraum
  • Zur Rolle von Sprache und Bedeutung: Umgang mit Sprache
  • Zum Prinzip der Mächtigung: Mächtigung & Selbstbeziehung
  • Zur strukturellen Herkunft des Modells: Herkunft & Formkraft
  • Zum narrativen Zugang über Miniaturen: Vignetten
  • Zur dialogischen Kunst des Lassens: Sehen & Gestalten
  • Begriffe & Systembezüge: Glossar zentraler Begriffe

Menschen & Perspektiven

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 06. Juli 2025

Workshop-Szene

Menschen, die mit dem A_MMM arbeiten

Das Ad_Monter Meta Modell ist kein neutrales Werkzeug.
Es lebt durch die Menschen, die es anwenden – mit ihren Fragen, ihrer Haltung, ihrem Kontext.
Denn jedes Modell wird durch die Perspektive lebendig, aus der es betrachtet wird.

Wer sind die Menschen hinter dem A_MMM?

Berater:innen. Mediator:innen. Führungskräfte. Familienangehörige aus Unternehmerfamilien. Stifter:innen.
Menschen, die Gestaltungsspielräume nicht nur verwalten, sondern bewusst öffnen wollen.
Menschen, die nicht auf rasche Lösungen zielen, sondern auf tragfähige Klärung.
Menschen, die Verantwortung nicht nur technisch, sondern resonant verstehen.

Sie alle bringen das Modell in Bewegung – und werden von ihm bewegt.

Was macht die Perspektive aus?

Das A_MMM unterscheidet drei zentrale Beobachterperspektiven, die jeweils andere Fragen erlauben:

Beobachter:in erster Ordnung

– Ich bin Teil des Systems. Ich erlebe mit, fühle mit, bin involviert.
– Ich spreche aus meiner Erfahrung, aus meinem Moment.
– Diese Perspektive eröffnet Nähe, Subjektivität, Beteiligung.

Beobachter:in zweiter Ordnung

– Ich bin außen vor – und beobachte, wie beobachtet wird.
– Ich frage nach Mustern, nach Dynamiken, nach Wiederholungen.
– Diese Perspektive schafft Übersicht, Struktur, Orientierung.

Resonierende Mitwelt

– Ich bin nicht neutral – ich begleite den Prozess mit wacher Verantwortung.
– Ich bin nicht über dem Geschehen – sondern mittendrin, als Prozessbegleiter:in.
– Ich frage nicht „Was stimmt?“ – sondern: „Was berührt, was trägt, was wirkt?“

Diese Perspektive lebt von Resonanz:
Sie achtet auf das, was sich zeigt – und das, was fehlt.
Sie bringt Haltung ins Spiel, ohne sich selbst zum Maßstab zu machen.
Und sie weiß: Beziehung ist nie außen vor.

Perspektivenwechsel als Kompetenz

Das A_MMM lädt dazu ein, zwischen den Ebenen zu wechseln –
nicht um Beliebigkeit zu erzeugen, sondern um Tiefe zu ermöglichen.

Denn komplexe Systeme erfordern mehr als einen Blickwinkel.
Sie brauchen Menschen, die bereit sind, ihr eigenes Denken zu hinterfragen.

Reflexionsimpuls

  • Welche Perspektive nehme ich gerade ein – und welche lasse ich außen vor?
  • Bin ich mehr Resonanzraum oder Strukturgeber:in?
  • Wann wechsle ich – und wie bewusst tue ich das?

Kein Modell ohne Beziehung

Wer mit dem A_MMM arbeitet, arbeitet mit sich selbst –
als Teil des Systems, als Resonanzfläche, als Impulsgeber:in.

Darum fragen wir:
– Wer bist du in diesem Prozess?
– Was erlaubt dir das Modell – und was irritiert dich?
– Welche Stimme in dir wird lauter, wenn du mit dieser Logik arbeitest?

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur Rolle von Haltung & Selbstbeziehung: Mächtigung & Selbstbeziehung
  • Zur Wirkung der Beobachterposition: Resonanzraum
  • Zur Unterscheidung von Ordnung & Perspektive: Matrix & Systemlogiken
  • Zur Frage, was ein Modell beweglich macht: Herkunft & Formkraft
  • Zur dialogischen Verantwortung im Prozess: Emergenz & Transformation

Matrix & Systemlogiken im Ad_Monter Meta Modell (A_MMM)

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 06. Juli 2025

Vier Felder – viele Dynamiken

Matrix

Die Matrix des A_MMM ist mehr als ein Schema. Sie ist eine Verstehensfigur. Sie hilft, komplexe Beziehungslagen zu erfassen, ohne sie zu reduzieren.
Im Zentrum steht das Miteinander – zwischen Handlung, Struktur und Bedeutung.

Die vier Felder der Matrix

  1. Das Feld des Beobachtbaren (c-it1O) - 1. Ordnung
    – äußere Strukturen, Prozesse, Regeln
    – zählbar, messbar, formulierbar
  2. Das Feld des Erlebten (c-me)
    – Gefühle, Erwartungen, biografische Prägungen
    – unsichtbar, aber spürbar
  3. Das Feld des Gemeinsamen (c-us)
    – Beziehung, Dialog, emergente Gestaltung
    – weder privat noch rein objektiv – sondern geteilt und geschaffen
  4. Das erweiterte Feld des Beobachtbaren (c-it2O) - 2. Ordnung
    – vertiefte Strukturen und Prozesse der 2. Ordnung
    – auf der Metaebene sind Dynamiken sichtbar, die tiefere systemische Muster offenbaren

Diese vier Felder überlagern sich nicht – sie bedingen einander.
Verständnis entsteht dort, wo sie in Beziehung treten.

In der Darstellung sind die vier Felder durch strichlierte Linien voneinander abgegrenzt – als durchlässige Membranen. Sie ermöglichen Übergänge: zwischen dem Sichtbaren und dem Spürbaren, zwischen individueller Erfahrung und geteilter Wirklichkeit. Verdichten oder verhärten sie sich – etwa durch Missverständnisse, emotionale Verletzungen oder rigide Strukturen – kann der Wechsel zwischen den Feldern ins Stocken geraten. Im Ad_Monter Meta Modell bedeutet Prozessarbeit deshalb auch: an den Grenzen zu lauschen, Resonanz zu ermöglichen, wo zuvor Schweigen oder Abwehr war. Diese inneren Übergänge – wir nennen sie Horizontlinien – sind Orte besonderer Aufmerksamkeit.

Horizontlinien in der Raute

In der Mitte der Admonter Raute ziehen sich feine Linien – Horizonte, die Übergänge markieren: Orte, an denen sich Beobachtbares und Inneres, Struktur und Beziehung berühren. Wie beim Blick in die Landschaft liegt jenseits der Horizontlinie immer ein anderes Feld – manchmal klar, manchmal verschleiert. Mit jedem Schritt, mit jeder neuen Perspektive verschiebt sich dieser Horizont: Wer den Standpunkt verändert, verändert, was sichtbar wird.

Diese Linien sind durchlässig, wenn Vertrauen wächst, und verdichtet, wenn Spannungen sich stauen. Sie laden ein, über den eigenen Feldrand hinauszusehen – und den Blick des anderen Feldes zuzulassen. Manchmal löst ein einziger Satz die Ferne auf und verwandelt die Linie in einen Weg. Manchmal braucht es Zeit, um den Nebel zu lichten.

Horizontlinien erinnern daran,
dass jeder Übergang zugleich Aussicht und Einladung ist.

Systemkanten und Kopplungspunkte – Die äußere Gestalt der Raute

Die äußeren Linien der Admonter Raute bilden die sichtbare Kontur des Systems. Sie sind Systemkanten: Grenzflächen, an denen das Innere der vier Felder auf die Umwelt trifft – ohne sich jedoch mit ihr zu vermischen. Im Unterschied zu den inneren Membranen, die Übergänge zwischen den Feldern ermöglichen, bleiben diese äußeren Kanten operativ geschlossen. Sie können jedoch – bildlich gesprochen – in Schwingung geraten, wenn Impulse aus der Umwelt sie erreichen. Genau hier wirkt das Prinzip der strukturellen Kopplung: Das System reagiert auf Irritationen aus der Umwelt in seiner eigenen Logik.

An den Eckpunkten der Raute verdichten sich diese Grenzflächen zu Kopplungspunkten. Hier stehen einzelne Felder in besonders fokussiertem Kontakt zu spezifischen Umwelten – nicht im Sinne eines offenen Durchgangs, sondern als präzise Resonanzstellen:

  • c-it¹ mit der faktischen Ereigniswelt,
  • c-me mit der Innenwelt psychischer Systeme,
  • c-us mit den sozialen Beziehungsgeflechten,
  • c-it² mit den strukturellen Rahmen und Ordnungen.

Von diesen Punkten aus können Impulse aus der Umwelt besonders gezielt einwirken – als Irritation, Inspiration oder Herausforderung. Die Systemkanten halten den kontinuierlichen Flächenkontakt, die Kopplungspunkte setzen punktuelle Akzente. Beides zusammen bestimmt, wie offen das System auf seine Umwelt reagiert – und wie sehr es dabei seine eigene Gestalt im Sinne einer Homöodynamik bewahrt, also einer beständigen Form, die sich gerade durch Anpassung an Veränderungen erhält.

✧

Leon Kramer hatte die Präsentation vorbereitet: Marktanalysen, Wachstumsprognosen, internationale Partner – alles auf den Punkt. Sein Vater, Emil, hörte schweigend zu. Als Leon geendet hatte, sagte Emil nur: „Ich sehe, dass es funktioniert. Aber ich spüre nichts.“

Leon schwieg. Dann: „Was würdest du denn spüren wollen?“

Emil antwortete nicht gleich. Dann sagte er leise: „Dass das, was du tust, auch unsere Geschichte weitererzählt.“

In diesem Moment wurde deutlich: Beide hatten recht – aber sie sprachen aus unterschiedlichen Feldern. Der eine aus der Logik der Funktion, der andere aus der Logik der Bedeutung.

✧

Systemlogiken verstehen
Die Matrix bleibt nicht neutral. In jedem Feld wirken eigene Logiken – das heißt: eigene Arten, Sinn zu erzeugen und Handeln zu koordinieren.

Logik der Funktion
– Was funktioniert? Was dient dem Ziel?
– Typisch für Organisationen, Märkte, Systeme mit Zweckbindung.
– Wirkung: effizient, aber oft beziehungslos.

Logik der Beziehung
– Was hält uns verbunden? Was wird als stimmig erlebt?
– Wirksam in Familien, Freundschaften, Teams.
– Wirkung: tragfähig, aber nicht immer effizient.

Logik der Bedeutung
– Was erscheint mir sinnhaft? Was berührt mich?
– Entspringt der Innenwelt – aber prägt auch das Außen.
– Wirkung: tief, aber schwer zu kommunizieren.

Systemisch statt psychologisch
Wir folgen keiner psychischen Logik im engeren Sinn.
Es geht nicht um innere Zustände oder Diagnosen, sondern um das, was zwischen Menschen sichtbar wird – in Sprache, Verhalten, Struktur.

Was wir sehen, reicht nicht aus. Was im Inneren mitschwingt, macht Beziehung aus.
Das A_MMM rahmt auch das, was nicht messbar ist.

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Zur Herkunft der Matrixform: Herkunft & Formkraft
  • Zum Verstehen systemischer Dynamiken: Soziale Systeme
  • Zur Integration von Innen- und Außenperspektive: .Mächtigung & Selbstbeziehung
  • Zum Übergang in gemeinsame Sinnbildung: Resonanzraum
  • Zur dialogischen Entfaltung: Die drei Wege
  • Zur Arbeit mit der Matrix in der Praxis: Familienunternehmen
  • Begriffe & Systembezüge: Glossar zentraler Begriffe

Drei Wege im Ad_Monter Meta Modell

Gustav Wurm Ad_Monter Meta Modell 06. Juli 2025

A_MMM - die drei Wege

1. Verstehen (it → me)

Die Hinwendung zum eigenen Erleben

Verstehen beginnt nicht mit Begriffen, sondern mit Berührung. Erst wenn etwas mich trifft, mich irritiert oder anspricht, beginnt der Weg des Verstehens. Es ist ein innerer Prozess, in dem Erfahrungen in Resonanz treten mit früheren Mustern, Bedeutungen oder Selbstbildern. Dieser Weg braucht Zeit, Stille und die Bereitschaft, mich selbst zum Resonanzraum zu machen.

  • Was hat in letzter Zeit in mir Resonanz ausgelöst – und wie habe ich darauf reagiert?
  • Welche Annahmen über mich selbst sind mir gerade besonders wirksam – und woher könnten sie stammen?
  • Worin unterscheide ich zwischen dem, was ich denke – und dem, was ich spüre?

Vertiefung

Verstehen ist die Transformation von Beobachtung in Selbstresonanz: Das, was ich draußen wahrnehme (it), erhält Bedeutung, indem es in meiner inneren Erfahrungslandschaft (me) ankoppelt. Diese Verschiebung ist kein Denken über, sondern ein Hören in das eigene Erleben: Körpertonus, Atem, innere Bilder, Worte, die plötzlich Gewicht bekommen.

Typische Stolpersteine

  • Kognitives Überschreiben: schnelle Erklärungen statt Berührung zulassen.
  • Fremdresonanz: ich übernehme Stimmungen anderer und halte sie für „meine“.
  • Tempo-Fehler: ich will zu rasch „lösen“, bevor etwas in mir Form angenommen hat.

Mini-Übung (2 Minuten)

Schließe kurz die Augen. Benenne leise drei Körpersignale (z. B. Druck, Wärme, Atem). Frage dann: „Welche Aussage aus der Situation berührt genau diese Stelle?“ Notiere ein Wort.

Indikatoren (bin ich auf dem Weg des Verstehens?)

  • Weniger Argumente, mehr Sprache für Empfindung („es wirkt…“, „ich spüre…“).
  • Tempo verlangsamt sich, Pausen werden sinntragend.
  • Ein Satz wird innerlich „wahr“, auch wenn er unangenehm ist.

2. Begegnung (me → us)

Der Weg in den Zwischenraum

Begegnung geschieht dort, wo ich mich dem Blick des Anderen öffne – nicht nur als Beobachter:in, sondern als Mitbeteiligte:r. Auf diesem Weg geht es nicht um Übereinstimmung, sondern um das Wahrnehmen von Differenz ohne Abwertung. Beziehung wird zum Möglichkeitsraum für gemeinsames Erkennen.

  • Was verändert sich in meiner Wahrnehmung, wenn ich vom Ich zum Wir wechsle?
  • Wo wird mein Gegenüber für mich zum Spiegel – und wo beginne ich zu verzerren?
  • Was geschieht in Momenten echter Verständigung – und was macht sie so selten?

Vertiefung

Begegnung ist der Dialograum, in dem Differenz ohne Abwertung gehalten wird. Sie beginnt, wenn ich zulasse, dass der Blick des Anderen meine innere Landkarte verschiebt. Ziel ist nicht Übereinstimmung, sondern ein gemeinsamer Blick, der vorher nicht existierte.

Typische Stolpersteine

  • Positionskampf: Redewechsel statt Zuhören, werthaltige Wörter als Waffen.
  • Einfühl-Falle: ich „verschmelze“ und verliere meine Kontur.
  • Übersprung: vorschnell in Optionen springen („was könnten wir tun?“) ohne Resonanz.

Mini-Übung (2 Minuten)

Spiegeln in einem Satz: „Ich habe dich so verstanden, dass … – und das lässt bei mir … anklingen.“ Der/Die Andere bestätigt oder präzisiert nur den gemeinten Sinn, keine Debatte.

Indikatoren (bin ich im Begegnungsraum?)

  • Wortwahl wird konkreter, weniger Etiketten, mehr erlebensnahe Sprache.
  • Blick- und Atemrhythmus synchronisieren sich phasenweise.
  • Neue Fragen tauchen auf, die zuvor niemand gestellt hat.

3. Gestaltung (us → it)

Der Schritt in die Welt

Gestaltung ist mehr als Umsetzung. Sie ist Ausdruck dessen, was als Resonanz zwischen Innen und Außen gereift ist. Der Weg führt von der Beziehung zur Handlung, von der Klärung zur Form. In der Gestaltung zeigt sich, was uns gemeinsam trägt – und worauf wir bauen wollen.

  • Welche inneren Haltungen prägen unser gemeinsames Tun – und woran erkennen wir sie?
  • Wo ist unser Handeln stimmig – und wo folgen wir eher Mustern als innerer Klarheit?
  • Welche Formen helfen, Resonanz in Strukturen zu überführen – ohne sie zu ersticken?

Vertiefung

Gestaltung ist das Formgeben dessen, was zwischen Innen und Außen gereift ist. Strukturen (it) werden zu tragenden Formen für das gemeinsam Erkannte – keine Fremdordnung, sondern gewonnene Resonanz.

Typische Stolpersteine

  • Form vor Inhalt: Prozessdesign ersetzt Dialog – Beschlüsse ohne Boden.
  • Überstrukturiert: Regeln ersticken die lebendige Einsicht.
  • Unklare Haltung: Vereinbarungen, die nicht von innerer Klärung getragen sind.

Mini-Übung (2 Minuten)

Drei Sätze schreiben: 1) Wofür steht die Vereinbarung? 2) Woran erkennen wir Umsetzung in 4 Wochen? 3) Was brauchen wir, damit es leicht bleibt?

Indikatoren (trägt die Form?)

  • Die Vereinbarung ist knapp, anschlussfähig und überprüfbar.
  • Es gibt eine fühlbare Erleichterung im Team/Körper.
  • Rollen, Fristen, Feedbackschleifen sind benannt – ohne Kleinteiligkeit.

Übergänge & Dreiklang

Die Wege sind bewegliche Resonanzfiguren, keine Stufenleiter. Oft zeigt sich erst im Rückblick, welcher Weg wirksam war. Wechsel sind normal: Ein Satz kann uns von Begegnung zurück ins Verstehen führen – oder eine Einsicht öffnet unmittelbar die Gestaltung. Wie im musikalischen Dreiklang entsteht Dichte nicht durch Gleichzeitigkeit, sondern durch achtsame Verschiebung.

Moderator:innen-Hinweis: Markiere Übergänge explizit („Wir bleiben noch im Verstehen…“ / „Jetzt öffnen wir den Begegnungsraum…“) – das erhöht Prozessklarheit und reduziert Übersprünge.

✧

Leon betritt den leeren Besprechungsraum. Auf dem Tisch liegt das Protokoll des letzten Treffens. Die Stimmen hallen in seinem Kopf nach – Noras Entwurf, Emils Fragen, seine eigene Ungeduld.

Er bleibt stehen. „Was habe ich eigentlich gehört – und was hat es in mir ausgelöst?“, fragt er sich.

Ein Blick zum Fenster. Draußen hebt sich der Nebel. Vielleicht geht es heute nicht um die Entscheidung. Vielleicht geht es darum, gemeinsam denken zu lernen.

✧

🔗 Weiterführende Verbindungen

  • Verstehen: Sprache & Bedeutung | Matrix & Systemlogiken
  • Begegnung: Resonanzraum | Diskursive Formation
  • Gestaltung: Substrate | Governance & Wandel
  • Dreiklang & Übergänge: Emergenz
  • Begriffe & Systembezüge: Glossar zentraler Begriffe
  1. Das Ad_Monter Meta Modell – Resonanz & Orientierung im Wandel
  2. Herkunft und Formkraft
  3. Ad_Monter Meta Modell – Struktur, Felder & Wege

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